Klassik Enduro

Mittlerweile begehrter denn je & noch dazu heiß umkämpft. Klassik Enduro ist nach wie vor ein großer Bestandteil der Motorsportwelt und unser Grundstein um wieder richtig anzugreifen. Doch nicht nur als Ausrichter verschiedenster Klassik-Veranstaltungen möchten wir uns verewigen, sondern auch mit unseren langjährigen Klassik-Enduro Fahrern des Vereins. Sollten diese unterwegs gewesen sein, werdet ihr an dieser Stelle definitiv davon erfahren. 

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Voller Hoffnung in die Saison 2021

Noch weiß wohl niemand, wann wir wieder „am Start“ stehen werden. Selbst wenn Veranstaltungen stattfinden sollten, wissen wir noch längst nicht in welcher Form. Sicher ist, selbst wenn alle Aktiven wieder loslegen dürfen…. Ganz ohne Einschränkungen wird dies wohl nicht geschehen. Umso erfreulicher blicken wir der Tatsache entgegen, dass wir direkt nach der Neuformation des Vereins auch in einer derart komplizierten Saison gut und vielseitig aufgestellt sind. Nach derzeitigem Stand werden wir somit den MCO mit insgesamt 7 Fahrern in verschiedensten Meisterschaften präsentieren. Gerhard Edelhäußer (Husqvarna),

Roman Händel (Hercules BW)  und Rene Kümmerling (MZ) blicken einer Vielzahl an nationalen Klassik Enduro-Veranstaltungen ins Auge, während wir mit dem Neuzugang Patric Klose (KTM) ein vielversprechenden Fahrer in den Reihen der Hard Enduro Series Germany Rennen begrüßen dürfen. Ergänzend zu den Enduro Jungs vertritt uns das Vater-Sohn Gespann Jörg Reissmüller (Gas Gas) und Jonas Hill (Gas Gas) im Trialsport.

 

Wir wünschen viel Erfolg & Spaß, bestes Gelingen und

hoffentlich eine Saison ohne größere Komplikationen.

Ergebnisse:

(Einfach auf die gewünschte Klasse drücken. Die Ergebnislisten werden anschließend als PDF Datei zur Verfügung gestellt.
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DIE GESCHICHTE WIRD WEITERGESCHRIEBEN

Das es jemals wieder eine Veranstaltung namens „Rund um Ohrdruf“ geben wird, hatte wohl niemand mehr gedacht. Nachdem 1991 die letzte Geländefahrt unter der Organisation der damaligen Vereinsmitglieder durchgeführt wurde, beschrieb das Wort „Stille“ die vergangenen Jahre nahezu perfekt. Und das obwohl Ohrdruf  zu DDR Zeiten zu einem der bekanntesten Austragungsorte zählte.  Nach dem folgenden Verlust des Vereinsgeländes wurde der Weg zunehmend steiniger. Mittlerweile aber können die Verantwortlichen dank neuer Ideen, Mitglieder und Herangehensweisen vom Gegenteil sprechen. „Eine solche Veranstaltung ist mittlerweile fast undenkbar geworden. Aus diesem Grund sind wir sehr froh, nach langer Planung und intensiver Vorbereitung letztendlich eine Chance bekommen zu haben, nachdem der MCO sich beinahe aufgelöst hätte“, sagt der neue Vereinsvorsitzende Jörg Bezold.

Nebel, Kälte und Aufregung prägten zunächst den Morgen des Veranstaltungstages. Bevor dieser begann durchliefen die Teilnehmer den gewöhnlichen Ablauf der Anmeldung, technischen Abnahme und Startvorbereitung.  Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung im Fahrerlager (auf dem Festplatz in Ohrdruf) mit Vorfreude auf den anstehenden Tag bereichert. Pünktlich 10:00 Uhr wurde das erste Fahrerpaar, bestehend aus Fabian Rott (MZ. ETS/G 250) und Jörg Hienzsch (MZ ES 125 G) vom ehemaligen Sixdays Teilnehmer und Rallye Fahrer Alfred Lichtenberg (80) aus Gotha gestartet. Das Fahrerfeld, bestehend aus den vom Verein im Vorfeld eingeladenen Fahrern stellte sich dank vieler Topfahrer und internationalen Startern als ein voller Glücksgriff heraus. Angefangen bei den ehemals in Suhl hergestellten Simson Motorrädern über MZ, Kramer, KTM, Hercules, Maico, Suzuki, Husqvarna und Honda blieben im Bezug auf Vielfältigkeit keinerlei Wünsche bei den Motorsportfans offen. Wünsche offen bleiben sollten auch bei der, von den Streckenbauern kreierten Rundstrecke nicht. Dabei galt es die 35km im Gelände, sowie auf öffentlichen Wegen und Straßen in einer vorgegebenen Rundenzeit zu absolvieren. Als Highlight kamen innerhalb jeder Runde ein Enduro-Test sowie ein, auf klassische Motorräder angepasster, Trial-Test hinzu. Während es auf der Teststrecke in Wölfis vorrangig um die schnellste Rundenzeit ging, war auf dem Trial-Test Geschicklichkeit und Gleichgewicht gefragt. Was für viele einfach klingt, stellt aufgrund des Alters der Bewerbsmotorräder und der damit verbundenen „alten“ Technik eine wirkliche Herausforderung für die größtenteils über 55 Jahre alten Teilnehmer dar. Insgesamt schnellster des Tages auf dem Test war der Thüringer Manuel Rüger. Mit einer Zeit von 4:34:686 min beendete er nach stetiger Steigerung auf einer Kramer E400 die Vierte und damit beste Runde und wurde souveräner Sieger in der am stärksten besetzten Klasse C6. Darüber hinaus wurde in sechs weiteren Klassen eine Wertung durchgeführt, welche nach Alter des Motorrades und Leistung gestaffelt sind. Bester Fahrer vom MC Ohrdruf wurde der Clubneuling Roman Händel auf einer Hercules BW. Er belegte überraschend Platz 2 in der Klasse C3. Ihm gefolgt landete der Gothaer Andreas Beck in seiner Klasse auf Platz 3. Ebenfalls für Furore sorgte der Gräfenrodaer Toni Zink, welcher bei den meisten eher als Motorrad-Trial Fahrer bekannt ist. Der Thüringer sorgte neben seinen stylischen Einlagen mit einem Dauergrinsen im Gesicht für Aufmerksamkeit und Freude bei den Helfern und Zuschauern. All das wurde gegen Ende mit einem zweiten Rang in der Klasse Y2 belohnt. Bei dem extra aus Holland angereisten Eddy „Twinshock“ Olde Wolbers lief es hingegen weniger gut. Als ältester Fahrer (70) und Urgestein im Klassikenduro konnte er leider seinen Tageserwartungen nicht gerecht werden und musste die Geländefahrt nach Runde 1 vorzeitig beenden. Der zweite internationale Starter Marco Artifoni (Italien) hingegen beendete das Rennen als dreizehnter in seiner Klasse. Doch nicht nur Männer haben an diesem Tag geglänzt. Mit Jana Leicht und Steffi Fink waren gleich zwei starke Frauen am Start, welche gemeinsam ins Rennen gingen und das Fahrerfeld einer solchen Rundfahrt mehr als bereichert haben. Trotz des Ausfalls von Jana Leicht am Ende der ersten Runde beendeten beide das Rennen mit einem strahlenden Lächeln. Steffi Fink, welche mit ihrer Kramer ER 250 die Nase auf der Prüfung ebenfalls vorn hatte, wurde am Ende des Tages als Siegerin der Damenwertung gefeiert und bleibt somit als die erste weibliche Siegerin in der Geschichte von „Rund um Ohrdruf“ in Erinnerung.

Spannung, Spaß und Motorsport waren nicht nur die Dinge, welche unzählige Zuschauer von Jung bis Alt begeistert haben sondern ebenso der Ausdruck für die Emotionen, welche von diesem unglaublichen Tag in Erinnerung bleiben werden.          

Ursprünglich war die Fahrt für den 11. Juli geplant. Aufgrund der damaligen Situation um Corona war dies allerdings in keinster Form möglich. Man könnte also von Schicksal sprechen, wenn man nun auf die zurückliegende Veranstaltung blickt, denn die Zeit für die Organisation aller beteiligten Aktionen wurde bis zum letzten Moment ausgenutzt. Gut also, dass am Ende alles so gekommen ist wie es die Zuschauer und Teilnehmer am Wochenende erleben konnten.

Das nun von einer solch optimalen Geländefahrt gesprochen werden kann ist das Ergebnis von einer unglaublichen Vielzahl von Helfern, fleißigen Clubmitgliedern, regionalen Firmen, der Stadt Ohrdruf  und einem super funktionierenden Vorstand, welcher keine Sekunde lang ans Aufgeben gedacht hat. Zukünftig soll diese Tradition in Verbindung mit einer erfolgreichen Jugendarbeit einen neuen Mehrwert für die Region darstellen.

Denn Motorsport geht auch anders.

Text: Jonas Hill (MCO)   Fotos: Jette Zaubitzer, Moritz Höhn, Hannes Bertram, Jonas Hill

1. MEFO Gelände-Zuverlässigkeitsfahrt "Rund um Ohrdruf" 03.10.2020